Für mehr Freiraum statt Kommerz

Die Kitag-Kinos in der berner Altstadt werden bald geschlossen. Die JUSO Stadt Bern sieht darin eine Chance, die Räume nicht kommerziell zu nutzen und mehr Freiraum für alle zu schaffen.

In Bern herrscht schon seit langem ein Problem: Vor allem in der Altstadt gibt es viel zu wenig Räume, die ohne Profitgedanken genutzt werden. Längst nicht alle können es sich leisten, regelmässig Lokale, in denen Konsumzwang herrscht zu besuchen. Es ist daher dringend nötig, mehr Freiraum zu schaffen, gerade auch im Zentrum der Stadt.

Die Kitag-Kinos eignen sich hervorragend für eine nicht-kommerzielle Nutzung. Roman Hostettler, Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Bern sagt dazu: „Die Säle erlauben viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Damit das Kulturangebot in Bern lebendiger wird, braucht es Räume, über die Kulturschaffende entscheiden, nicht die Besitzer*innen von Ladenketten.“ Ohne den Druck, möglichst viel Geld zu verdienen kann Kreativität und die Auseinandersetzung mit Kunst gefördert werden. So könnten sie auch als Plattform für junge oder noch nicht besonders bekannte Künstler*innen dienen. Für diese ist es wichtig, günstig Räume für Ausstellungen zu bekommen. Zudem kann ein solches Angebot mehr Leute für Kunst begeistern.

Das eigentliche Problem – nämlich dass das Stadtbild vor allem dadurch bestimmt wird, was rentabel ist, wäre damit noch nicht beendet. Julia Münch, Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Bern findet daher: „Das Problem mit der Kommerzorientiertheit ist damit noch nicht gestoppt. Wir brauchen ein demokratisches Mitspracherecht, wenn es darum geht, wo welche Geschäfte stehen. Zudem braucht es einen langfristigen Plan, wie ganz Bern zu einem Freiraum wird.“

Wir fordern daher den Gemeinderat auf, sich jeglicher kommerziellen Nutzung der Kitag-Säle zu widersetzten und eine Strategie zu entwickeln, wie sich Bern zu einem Freiraum wandeln kann.

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