Solidarität mit der Pride in Istanbul!

Am Sonntag dem 1. Juli sollte eine Pride in Istanbul stattfinden. Queere Menschen wollten friedlich durch die Strassen ziehen und zeigen, dass es auch Menschen gibt die nicht den konservativen Vorstellungen entsprechen. Doch die Regierung hat die Veranstaltung verboten, mit der Begründung sie könnte Ärger verursachen.

Nach dem Verbot fanden Aktivistinnen und Aktivisten trotzdem den Mut, auf die Strasse zu gehen. Sie wurden aber von der Polizei brutal mit Tränengas und Gummischrot vertrieben.

Beim Verbot geht es nicht nur darum, Konservative nicht mit Menschen ausserhalb der Norm zu konfrontieren, sondern auch darum. Minderheiten zu verdrängen. Die Türkei wird immer autoritärer. Erdogan hat jetzt massiv mehr Macht und auch schon zuvor wurden die Rechte von Minderheiten eingeschränkt. Dabei ist die LGBTQ+ Community auch betroffen. Homosexualität ist zwar nicht explizit verboten, aber Menschen, die queer leben sind von massiver Diskriminierung betroffen. Besonders transgender Personen sind oft Opfer von Gewalt und es gibt kein Gesetz gegen Hate Speech oder Benachteiligung von LGBTQ+ Menschen.

Die westlichen Regierungen haben allesamt zu dem Ereignis geschwiegen. Es ist heuchlerisch, sich als freiheitlich und demokratisch zu sehen und andererseits wegzuschauen, wenn Diskriminierung in diesem Ausmass passiert. Dabei macht auch die Schweiz munter mit. Wie die anderen EU Staaten macht die Schweiz Geschäfte mit Erdogan, egal wie sehr queere Menschen und andere Minderheiten verfolgt werden.

Die Pride ist sonst eine Veranstaltung, die genutzt werden kann, um Sichtbarkeit zu schaffen. Sie ist dieser eine Tag im Jahr, an dem nicht die heterosexuelle Norm dominieren soll, sondern die Vielfalt gefeiert wird. Es ist auch ein Tag, um die Präsenz zu nutzen, Anliegen und Forderungen wirkungsvoll auf die Strasse zu tragen. Es ist eine Chance für die Community gesehen und gehört zu werden, wo sie sonst von der Kultur, Religion, Regierung und Gesellschaft an den Rand gedrängt wird.

Eine bessere rechtliche und gesellschaftliche Lage wird nicht von alleine kommen, sie muss erkämpft werden. Deswegen solidarisieren wir uns mit den Aktivist*innen und den LGBTQ+ Menschen, die aus (berechtigter!) Angst vor Konsequenzen nicht auf die Strassen gehen.

Queere Menschen gibt es überall. Und nirgendwo werden sie wirklich gleich behandelt wie heterosexuelle cisgender Menschen. Der Kampf für die Befreiung aller, die nicht heterosexuell und cisgender sind ist international und überall müssen wir für die Rechte und die Sichtbarkeit dieser Menschen einstehen.Lasst uns laut, bunt und glitzrig sein für queere Menschen in aller Welt! Denn niemand ist frei solange sie nicht alle leben können wie sie sind und wie sie wollen.

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