«Die Thematik betrifft uns alle» – JUSO Stadt Bern unterstützt FINTA-Notschlafstelle
Die Jungsozialist*innen der Stadt Bern zeigen sich beunruhigt über die Entwicklungen des antifeministischen Backlashs. Aus diesem Grund sammelten sie mit einer Tombola Geld für die Frauen-/FINTA Notschlafstelle in der Stadt Bern. Den gesammelten Betrag hat die JUSO Stadt Bern nun verdoppelt und der Notschlafstelle an ihrer Versammlung in Form von Gutscheinen für die Bewohner*innen übergeben.
Vor gut einem Jahr wurde in der Stadt Bern eine neue Notschlafstelle für FINTA* Personen eröffnet, die von der Heilsarmee betrieben wird. Das Angebot ist speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet und bietet einen niederschwelligen Bezugsort für Menschen, die sich in einer Notlage befinden. «Die Frauen-/FINTA-Notschlafstelle ist ein offener Schutzraum für Menschen in akuter Not – niederschwellig und ohne Vorbedingungen. Unser Antrieb ist humanitärer Natur: Wir sind da, weil Menschen Unterstützung brauchen», betont die Frauen/FINTA*-Notschlafstelle Bern gegenüber der JUSO Stadt Bern.
«Die Arbeit, welche die FINTA-Notschlafstelle tagtäglich leistet, ist enorm wichtig! Gerade in den aktuellen Zeiten, in denen wir einen immensen antifeministischen Backlash erleben. Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz mindestens 22 Frauen Opfer von Feminiziden.1 Gleichzeitig finden frauen- und queerfeindliche Einstellungen immer mehr Rückhalt in der Gesellschaft», sagt Jael Seiler, Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Bern. Tatsächlich zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Zürich, dass fast jeder dritte Mann im Alter zwischen 18 und 24 Jahren ein problematisches Männlichkeitsbild aufweist.2
Die Unterstützung der FINTA*-Notschlafstelle ist Teil des diesjährigen Jahresprojekts der JUSO Stadt Bern, in welchem sich die Jungpartei dem Kampf gegen geschlechterspezifische Gewalt annehmen will: «Den antifeministischen Backlash zu bekämpfen heisst, darüber zu sprechen, Menschen zu sensibilisieren und jene Institutionen zu unterstützen, die diesen besorgniserregenden Entwicklungen gezielt entgegenwirken – so beispielsweise die Berner FINTA-Notschlafstelle», erklärt Jo Nogueira de Sá, Co-Präsident*in der JUSO Stadt Bern. «Die meisten sind sich nicht
bewusst, wie schnell man selbst in einer Situation landen kann, in der eine
Notschlafstelle lebensrettend ist. Die Thematik betrifft uns alle.»
Aus diesem Grund sammelte die JUSO Stadt Bern an verschiedenen Anlässen mit einer Tombola Geld für die Notschlafstelle. Den gesammelten Betrag hat die JUSO Stadt Bern anschliessend verdoppelt und an ihrer Vollversammlung an Vertreter*innen der Notschlafstelle übergeben. Mit den insgesamt 500 Franken wurden Gutscheine für Lebensmittel, Mobilität und Hygieneartikel finanziert. Diese können direkt an Bewohner*innen der FINTA-Notschlafstelle weitergegeben werden und sie im Alltag konkret unterstützen und entlasten.